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# Küchenfronten aufarbeiten statt neu kaufen: Schleifen, Lackieren

Neue Küchenfronten kosten schnell mehrere Tausend Euro, dabei lässt sich der bestehende Korpus in den meisten Fällen problemlos weiterverwenden. Wer mit dem Layout und der Stabilität der Schränke zufrieden ist, kann sich den kompletten Austausch sparen und stattdessen die Fronten aufarbeiten. Der Aufwand hält sich in Grenzen, das Ergebnis wirkt oft wie eine neue Küche. Entscheidend ist eine saubere Vorbereitung: Türen und Schubladen ausbauen, Beschläge entfernen, alles gründlich entfetten. Erst danach beginnt das eigentliche Schleifen.

Beim Schleifen arbeitet man sich in mehreren Stufen vor, meist von Körnung 120 bis 240, bei stark beanspruchten Lackflächen auch gröber. Wichtig ist, den alten Lack nicht komplett abzutragen, sondern nur anzurauen, damit die neue Beschichtung hält. Wer sich unsicher ist, welche Arbeitsplatte und welche Front zusammenpassen, findet unter dem Stichwort [Küchenarbeitsplatte austauschen](https://laufcultur.de/kuechenarbeitsplatte-austauschen-vergleich/) eine brauchbare Übersicht, die auch bei der Materialwahl der Fronten hilft. Nach dem Schleifen folgt das Abkleben von Kanten und Glasflächen, dann der Grundierung. Diese ist bei Melamin- oder Folienfronten besonders wichtig, weil sie sonst keine Haftung aufbauen.

Für das Lackieren eignen sich wasserbasierte Acryl- oder Alkydharzlacke, die sich mit Rolle und Pinsel gleichmäßig auftragen lassen. Zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke, dazwischen wird leicht angeschliffen. Bei Hochglanzfronten empfiehlt sich Spritztechnik oder zumindest eine feine Schaumstoffrolle, um Streifen zu vermeiden. Trocknungszeiten unbedingt einhalten, sonst bleibt der Lack klebrig. Neue Griffe setzen am Ende den sichtbaren Akzent: Edelstahl, Messing oder mattes Schwarz verändern den Charakter der Küche stärker, als man erwartet. Bohrlöcher alter Griffe lassen sich mit passenden Schrauben oder Spachtelmasse unsichtbar machen.

Insgesamt kostet die Aufarbeitung meist weniger als ein Drittel neuer Fronten, wenn man die eigene Arbeitszeit nicht einrechnet. Realistisch braucht man für eine durchschnittliche Küche zwei bis vier Wochenenden, abhängig von Trocknungsphasen und Anzahl der Türen. Wer handwerklich geschickt ist und Geduld mitbringt, bekommt eine robuste Oberfläche, die mehrere Jahre hält. Vorher lohnt ein Blick auf die Beschläge: ausgeleierte Scharniere oder Schubladenführungen sollte man gleich mit austauschen, solange die Fronten abmontiert sind. Das spart späteres Nacharbeiten und rundet die Renovierung ab.


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